Büchübergabe an DJ von Open Air Tango Rheinpark Köln

VON OLIVER GREBE (Fotos+Text)

Christoph Ronecker hat Dank des sommerlichen Oktobers in Köln für heute Abend spontan seine Tangoliebhaber eingeladen zum „Abschluss Jubiläums-Saison reloaded!“. Getanzt wird seit 20 Jahren vor dem Rheinparkcafé. Seine Veranstaltung möchte ich nutzen, um von meiner Buchübergabe der Sonderedition Aufbruch? an ihn zu berichten und warum die Tangotänzer die bevorstehende Sanierung des Rheinparkcafés positiv beeinflussen können.

Den Open Air Tango gibt es seit dem Jahr 1997, er ist somit eine der ältesten Milongas in Köln. Dieses Jahr wurde die 20. Jubiläums-Saison gefeiert. Der Platz vor dem verfallenden Baudenkmal wurde von einer Tanguera entdeckt und bald zum Stammplatz der Tangotänzer. Ein Grund: die große Fläche mit den roten Steinfliesen. Im Gegensatz zu Aspahlt, der zu stumpf zum Tango tanzen ist, bieten die Steinfliesen den idealen Untergrund um sich gefühlversunken Musik und Tanz hinzugeben. Ein anderer: das Setting. Kaum ein anderer Ort in Köln vereint Schönheit und Vergänglichkeit im öffentlichen Raum so intensiv wie der Platz vor dem dahinsterbenden Rheinparkcafé. Jedoch geben die Tangotänzer dem Ort für wenige Stunden das zurück, was er einst war: ein öffentlicher Ort mit stilvoller Atmosphäre, der den Stadtmenschen in ihrer Freizeit Erholung und Entspannung schenkt und noch dazu große Freude bereitet.

Im Herbst 2001 war Christoph aufgrund eines neuen Jobs nach Köln gezogen. Im Sommer 2002 dachte Joachim Gillert – der damalige Organisator des Open Air Tangos – über einen Umzug nach Berlin nach. Einen Nachfolger gab es noch nicht und es stand im Raum, dass Christoph die Milonga übernehmen sollte. Joachim blieb aber in Köln und weil sich beide so gut verstanden, organisierten sie die Milonga gemeinsam. 2007 zog es Joachim dann doch nach Berlin und seitdem veranstaltet Christoph die Milonga alleine.

Meine Frage zu seinem Antrieb für diesen arbeitsreichen und unentgeldlichen Job beantwortete Christoph: „Puro Egoismus! Beim DJing entstehen Glücksgefühle auf die ich nicht verzichten kann. :-)“

Wegen seiner Lebenseinstellung ist mir Christoph überaus sympathisch. Gemeinschaftlich empfundenes Glück setzt er vor finanziellem Profit. Ein Tänzer, ein Träumer, ein Liebender. Wenn es mir gelingt mehr Menschen mit dieser Lebenseinstellung zu mobilisieren, besteht vielleicht noch Hoffnung auf eine respektvolle und behutsame Modernisierung des kleinen Baudenkmals Rheinparkcafé.

A seguir bailando por las cosas bellas de la vida!

 

 

 

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