AUFBRUCH beginnt mit ABBRUCH

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Die gute Nachricht des Neustarts für das Rheinparkcafé wurde am 20. März 2015 durch die Kölner Lokalpresse entsprechend gefeiert. Zu Recht. Es ist überaus erfreulich, dass das zuständige Amt für Wirtschaft und Liegenschaften einen Betreiber gefunden hat und durch die Sanierung dieses Kleinods von 1957 dieses Denkmal für Köln gesichert werden soll.

Bei genauerem Hinschauen auf die vorgestellte Sanierungsplanung ist meine Stimmung jedoch weniger heiter; zur Anschauung habe ich einige der Hauptumbaumaßnahmen in einer der vorgestellten Visualisierungen farbig markiert.

– die Fußgängerrampe zur Erschließung des oberen Aussichtsdecks wird abgerissen und durch eine Treppe ersetzt
– ein neuer Aufzug und eine neue Innentreppe werden wegen der Forderung nach Barrierefreiheit gebaut
– ein neuer Baukörper wird auf dem Oberdeck hinzugefügt (unter dem Flugdach)
– Ausbildung der Rückfassade noch unbekannt (Komplettabriss?)

„Stadt und Architekt versprechen eine Restaurierung des Denkmals und einen zurückhaltenden Umbau„ berichtete der Kölner Stadt-Anzeiger, sowie „…..haben die städtischen Denkmalschützer einen behutsamen Umbau gestattet“.

Auf die vorgestellten Maßnahmen trifft diese wohlwollende Beschreibung aus meiner Sicht nicht zu. Die vorgestellten baulichen Maßnahmen werden den Gebäudecharakter merklich verändern und sie sind weit entfernt von einer behutsamen und respektvollen Sanierung. Besonders beunruhigend ist die Tatsache, dass ein zeitnaher Baubeginn angekündigt wurde. Keine inhaltlichen Diskussionen mehr!

Ist das Win-Win für den Standort Köln?
Sichert diese Sanierungsplanung den Erhalt der hohen architektonischen Qualität des überregional anerkannten Beispiels der Freizeit- und Erholungsbauten der Wiederaufbauzeit? (Nachweislich durch Schreiben der Bundesstiftung Baukultur).

„Nicht nur ökonomische Gesichtspunkte können Kriterien sein“ war eine der Hauptthesen des Kölner Baudezernenten Franz-Josef Höing beim „Kölner Diskurs, Kölner Perspektiven zum Öffentlichen Raum“, Ende 2014. Als Herzstück des Rheinparks ist das Parkcafé ein wichtiger Bestandteil des Gesamtensembles und kein isoliertes Gebäude.

Welche Haltung vertreten der Baudezernent und der Stadtkonservator zur aktuellen Sanierungsplanung des Parkcafés? Bislang ist allein von „wirtschaftlichen“ Aspekten die Rede. Die vorgestellte Planung zeigt den Konflikt zwischen Rendite und Schönheit bzw. Ökonomie und Baukultur. Der Mangel an inhaltlichem Diskurs zeigt leider auch den Mangel an Planungskultur.

AufbruchO.

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